Einführung - 1. Woche - 2. Woche  -  Fotobuch

18.1.2017

Früh ging es los. Der Wecker (mein Smartphone) sollte um 4:30 Uhr krähen, aber ich kam dem Hahn zuvor. Ich habe kaum geschlafen. Dagmar erging es wohl ähnlich. Mein Nacken, mein Rücken schmerzten, wohl wegen des fehlenden Schlafes. Kurzfristig bat ich Dagmar, mir einfach alles zu tapen. Hat sie auch gemacht. Und weil man daran glaubt, wirkt es auch. 

 

Wir fuhren gegen 5 Uhr früh bei - 6° C ab Richtung Flughafen. Gaben unseren PKW an unserer Parkstelle ab und wurden per Shuttle zum Flughafen gebracht. Funktionierte alles bestens. Wir checkten ein, gingen durch die Kontrolle und genossen unseren ersten Kaffee mit viel Genuss. Gegen 8:35 Uhr Uhr hoben wir bereits mit der Maschine ab, inzwischen nur noch -3° C . 4 Stunden später landeten wir auf der Insel Sao Miguel bei ca.+15°.  Es war für uns drückend warm und schwül. Da änderte auch der Zeitunterschied von - 2 Stunden nichts.

 

Am Flughafen wurden wir von unserem "Reiseleiter" erwartet. Allerdings mußte er gleichzeitig eine "Wandergruppe" betreuen. So sagte er uns, dass er uns im Hotel besuchen würde. Er übergab uns sämtliche Voucher für Autos, Hotels, Flüge und auch Fähren - wie abgemacht. Wir übernahmen unser Miet-Auto am Flughafen problemlos und fuhren los zum Hotel: Azoris Royal Garden mit **** Sternchen in Ponta Delgado. Prima Zimmer, guter Service, aber nahe am Flughafen. Aber so viele Flugzeuge starten und landen nun doch nicht hier. Also erträglich. 

 Später kam dann wie angegeben der "Reisebetreuer" und informierte uns wirklich sehr ausführlich über Land und Leute. Es war für uns sehr interessant zuzuhören und auch Fragen zu stellen.

Anschließend aber wollten wir noch unbedingt unsere erste Tour machen, denn die Zeit ist ja hier kurz bemessen. Sie sollte in den Nordwesten gehen. Aber da hatten wir den Plan ohne den Wettergott gemacht. Er ließ vor Freude mächtige Regentropfen vom Himmel fallen. Und nicht nur das. Man konnte kaum die Landschaft sehen, weil dann auch noch alles zugenebelt war. Das ist dann wohl die 5te Jahreszeit: Regen, Nebel, Sonne, Temperaturschwankungen und vielleicht auch noch der Wind dazu.

Wir fuhren zurück zum Hotel. Nun hoffen wir, dass der morgige Tag ein Prachttag für uns wird. 

Augenblicklich sind wir total müde. So müde, dass wir sogar auf ein Abendessen verzichten. Den Flüssigkeitsbedarf regulieren wir allerdings kurzfristig mit einem einheimischen Bier aus der Flasche. 

 

 

19.1.2017

Was für ein Tag! Der Morgen begann mit einem tollen Frühstück. Und die Fortsetzung folgte im gleichen Stil. Die Sonne lachte uns an und unsere Unternehmungslust wuchs von Minute zu Minute. Auf ging es bereits um 8:30 Uhr. Wir fuhren über Lagoa weiter Richtung Lago do Fogo. Unterwegs hatten wir schon die schönsten Ausblicke auf die westliche Insel. Und dann erreichten wir den See, der in einer Höhe von ca. 900 m NN liegt. Wunderschön gelegen. Rundherum nur grüne Landschaften. Wir erinnerten uns spontan wieder an unsere Irlandtour 2016, die uns unzählige Grüntöne bewußt gemacht hat. Und auch die zahlreichen "Rindviecher" auf der Strecke ließen uns wieder an Irland denken. Wir fuhren weiter nördlich und kamen fast bei Ribeira Grande aus, drehten aber vorher rechts ab Richtung Porto Formosa. 

Auf dieser Strecke kreuzten wir dann die "Teestrasse". Ja, hier auf der Insel wird Tee angebaut. Aber zurzeit ist keine Erntezeit. Danach fuhren wir weiter bis Furnas, unser eigentliches Ziel von heute. Zunächst ein bisschen mühsam, dann aber doch dank Navi erfolgreich, die Caldere gefunden. Hier dampfte, qualmte und stank es aus allen Erdporen. Und gegen 12 Uhr kamen dann einige Fahrer mit ihren PKWs angefahren, die dort ihre Kochtöpfe viele Stunden vorher eingebuddelt hatten und den Inhalt garen ließen. Darauf waren wir besonders neugierig. Vor Ort konnte und durfte man den Inhalt nicht probieren, also in ein bekanntes (Tony´s-) Restaurant gefahren  und dort eine Kostprobe bestellt. Und was für ein Teller. Nein, wir haben diese Teller nicht geschafft: Rind- und Schweinefleisch, zwei diverse Würstchen, Hähnchenfleisch, 1/2 Weißkohl, zwei dicke Möhren, unterschiedliche Kartoffelsorten, Reis, ...! Aber man muss den "Schlachtteller" mal probiert haben, der für die Einheimischen wohl zur Tagesordnung zählt. Name des Gerichtes: Cozido - 13 €

Übrigens, wir empfinden die Insulaner hier als sehr freundlich, aufgeschlossen und auch hilfsbereit! Oftmals winkt man uns unterwegs sogar freundlich zu! Alleine diese Tatsache rechtfertigt schon ein Wiederkommen für uns. Ja, es wird wieder diese Insel sein, denn es gibt wahnsinnig viel Interessantes hier zu sehen und zu erleben, das man in wenigen Tagen nicht erfahren kann!

Nach diesem genüsslichen "Mittagstisch" wären wir normalerweise zu einem kleinen Mittagsschlaf geneigt gewesen. Ging aber heute nicht. Wir wollten noch in Furnas in den Botanischen Garten (Terra Nostra Garden 8 € Eintritt), der riesig groß ist und unendlich viele Pflanzen hat. Uralte Bäume, Baumfarne in großen Mengen und ... Kamelien-Sträucher überall. Trotzdem denken wir, die bessere Jahreszeit für solche Besuche dürften die Monate Mai oder September sein. Erwähnen muss man natürlich noch die  heiße, braune Quelle dort, die auch zum Schwimmen genutzt werden darf (38°C)!

Danach war aber dann doch unsere Puste verbraucht. Es war zwar erst 15 Uhr (in Deutschland 17 Uhr) und die Energie ließ doch merklich nach. Also traten wir die "Heimreise" an. Aber natürlich nicht direkt, nur indirekt über Umwege. Über die Küstenstrasse fuhren wir, durch langgezogene Dörfer und sehr engen Straßen. Wo ein Blick auf die direkte Küste möglich war, machten wir noch mal einen Stopp... und konnten dort sogar Bananenstauden bewundern. Die Insel ist wirklich Klasse in jeder Beziehung. Generell sind die Straßen hier top, sogar auch ausreichende Parkmöglichkeiten für Autofahrer sind meistens vorhanden. Irgendwo auf der Strecke hielten wir dann noch an einer Tankstelle an, um wenigstens noch ein abendliches Bier einzukaufen. Das haben wir uns als Absacker heute verdient. 

20.1.2017

Schon früh wurden wir mit einer kräftigen Regenschauer geweckt. Also gingen wir erst einmal in den Frühstücksraum, um uns dort verwöhnen zu lassen. Und während wir so unsere Tagespläne schmiedeten, lichtete sich der Himmel allmählich und aus dem Regen wurde zunächst Nebel. Wir zögerten noch ein bisschen, wollten also den Werdegang der momentanen Jahreszeit (lach!) abwarten. Und siehe da, es wurde tatsächlich eine Art Frühjahr mit herbstlichen Einschüben. Damit war klar, wir konnten unser Programm durchziehen, nämlich eine Fahrt in den Westen der Insel, um die beiden größten Seen der Azoren anzusteuern, die in einem riesigen Vulkankessel liegen. Man spricht hier von einem grünen (Lagoa Verde) und einem blauen ( Lagoa Azul) See,... wenn die Sonne das richtige Licht liefert. Das war heute leider nicht der Fall. Beide Seen wirkten heute grau in grau. Aber wir hatten trotzdem einen tollen Blick vom Kraterrand darauf. Und natürlich auf den Ort Sete Cidades, der unten liegt.

Wir ließen uns von einem Hinweisschild verführen, mit dem Auto einen breiten Wanderweg in Kraterhöhe zu befahren. Und das kilometerlang! Uns hätte allerdings kein Fahrzeug entgegen kommen dürfen, dann wäre ein Ausweichmanöver wohl sehr problematisch geworden. Wir wurden zusätzlich zu dieser doch auch für uns unerwarteten Strecke mit vielen wunderschönen Blicken auf die beiden Seen und auch auf die Küstenregion belohnt. Am Ende der Strecke stellten wir fest, dass es keine Einbahnstrasse war. Es hätte also passieren können, dass, ... wollen wir mal nicht mehr darüber nachdenken. Anschließend fuhren wir natürlich in den Kraterkessel hinein, zu dem Ort Sete Cidades, besuchten dort die Kirche, aber eine nette Kneipe lief uns nicht über den Weg. Stattdessen fuhren wir gemächlich über die Brücke, die beide Seen teilt,  weiter zu dem Aussichtspunkt "Vista do Rei", der einen spektakulären Blick auf die Seen bietet.

Im Prinzip sind die Strecken hier auf der Insel alle nicht weit, es sei , man fährt kreuz und quer und kriegt auch so seine  Kilometerleistung zusammen. Das ist uns heute wohl gelungen. Wir wollten noch zum westlichsten Punkt der Insel. Dort steht ein Leuchtturm (in Ponta da Ferraria) , den wir uns ansehen wollten. Vorher fanden wir noch eine Abfahrt, die zu einem schönen Ausblick auf die Südküste führte: Ponta do Escalvado. Hat gelohnt, mehr als der Leuchtturm.

Übrigens sei erwähnt, dass die Sehenswürdigkeiten hier auf der Insel alle sehr gut beschildert sind. Und die Straßen sind wirklich sehr gut zu befahren, extrem steile Strecken, wie auf der Insel Madeira (über 20%) , haben wir bisher keine entdeckt (bis 10%).  Nur die hohe Luftfeuchtigkeit ist hier  sehr, sehr gewöhnungsbedürftig. [Heute und auch gestern hätte ich meine Bluse auswringen können.] Ein wenig macht uns die minimale Zeitumstellung von -2 Stunden zu schaffen. Morgens wollen wir früher raus, am Nachmittag beginnt bereits unsere Müdigkeit. Oder sollte das etwa doch mit unserem "jugendlichen" Alter zusammenhängen. Lassen wir mal im Raume stehen, lach!

Wir sind dann also weiter, nein,  wieder zurück Richtung Ponta Delgado. Irgendwo wollten wir unseren "Mittagstisch" zu uns nehmen, fanden aber kein geeignetes Lokal..., hier ist ja offiziell Winterzeit und keine Touristenzeit!  Also fuhren wir bis zum Hafen in Ponta Delgado und hielten  dort Ausschau. Schnell fanden wir das, was wir wollten: ein Lokal, das einheimische Rinder in gegrillter Form anbietet. Und so fiel unsere Wahl ganz schnell auf ein Sirloin-Steak "an besonderer Soße".  Köstlich! Butterweich! Herzhaft! Selten so ein tolles Stück Fleisch gegessen. Dafür lohnt schon ein Wiederkommen. (Am Schluss unserer Reise sind wir ja nochmal für zwei Nächte hier.) 

Nach dem Essen spazierten wir noch ein wenig durch die engen Gassen der Stadt, aber die weiteren Sehenswürdigkeiten haben wir zunächst mal links liegen gelassen. Auch die mächtige Burganlage am Hafen. Und die Ananas-Plantage haben wir auch nicht mehr besichtigt, obwohl heute früh noch geplant. Holen wir aber nach. 

Morgen fliegen wir schon früh zur nächsten Insel: Sao Jorge. Hoffen wir mal wieder auf einen angenehmen Wettergott!

21.1.2017

Was für ein Tag! Früh wecken gelassen, kurzes, aber intensives Frühstück im Hotel genossen, direkte Fahrt zum Flughafen, dort den PKW problemlos übergeben, dann unsere Koffer eingecheckt, anschließend durch die Sicherheitskontrolle, diesmal WIEDER unser Handgepäck vorzeigen und Foto-und PC-Geräte separieren müssen. Wir versuchen es immer wieder, ohne dass wir unser Handgepäck auseinander nehmen müssen. Diesmal hat es wieder mal nicht geklappt. Die Kontrollen waren sehr korrekt!
Dann ging es in den Wartebereich..., und unser Flugzeug sollte mehr als 1 Stunde Verspätung haben. Wir würden den Zustand dort als kleines Chaos bezeichnen. Naja, irgendwann hieß es dann doch auch für uns "einsteigen". Nach ca. 25 Minuten erreichten wir unseren Zielflughafen. Wir stiegen wie die anderen auch aus. Nur bei der Kofferübernahme waren unsere Koffer nicht da. Klar, direkt zur Info und nachgefragt. Bei der Vorlage von unseren Bordkarten wurde ganz schnell klar, dass wir am falschen Flughafen ausgestiegen waren. Wir waren statt in Sao Jorge in Terceira. Na sowas, nun wissen wir auch, warum keine Koffer da waren. Die hatten es jedenfalls richtig gemacht und sind im Flugzeug geblieben. Kein Mensch hatte uns gesagt, dass das ein Flug mit Zwischenlandung sein würde. Und das Gebrumme der Ansagen im Flughafen und auch im Flugzeug haben wir nicht wahr genommen. Warum sollten wir auch? Für uns war doch alles glasklar richtig. Aber nun müssen wir wieder einmal die Freundlichkeit (und Geduld) der Portugiesen loben, denn sie haben den Weiterflug unseretwegen gestoppt und geduldig gewartet, bis wir wieder ordnungsgemäß an Bord waren. So kamen wir also zu der bereits vorprogrammierten Verspätung um zusätzliche verspätete Minuten nach weiteren 25 Minuten Flugzeit dann doch endlich am Ziel an... und auch unsere Koffer.

Am Flughafen wurden wir bereits von der Autovermietung mit freundlichen Worten erwartet - trotz reichlicher Verspätung. Wir zeigten unseren Voucher vor, unseren Beleg, dass wir in Sao Miguell bereits unsere Kaution für alle Anmietungen hinterlegt hatten (gute Sache!) und übernahmen nach kurzer Inspektion unseren Nissan. Am Flughafen erhielten wir noch weitere Infos zur Insel mit entsprechenden Karten.  Bisher hat das mit der Organisation seitens des Veranstalters bestens funktioniert. Am meisten gefällt uns natürlich, dass wir den Tag selbst gestalten können... auch wenn vielleicht mal was schief geht.

Dann fuhren wir direkt zu unserem Hotel "Sao Jorge Garden" in Velas.  War leicht zu finden, ...auch ohne Navigerät, lach! Das Hotel liegt super direkt an der Küste mit einem tollen Ausblick auf die Nachbarinsel "Pico", die wir in zwei Tagen per Fähre ansteuern werden. Und wir konnten heute bei dem schönen Wetter sogar die Spitze von hier aus sehen. Hat Seltenheitswert!

Dann stand  wieder einmal ein "Mittagstisch" für uns an. Im Hotel kurz nachgefragt, welche Empfehlung man uns geben könnte. Und man nannte uns u.a. das Naval, direkt am Hafen. Und das hat auch gelohnt. Wir entschieden uns für so eine Art Rindergulasch (mit leichtem Zimtgeschmack, lecker!) und auch ein gegrilltes Rindersteak (mit ganz viel Knoblauch!!!). Dazu ein Glas Wein für jeden, um den Tagesstress runterzuspülen.  Und den obligatorischen Kaffee hinterher. Die Preise sind schon relativ preiswert hier im Vergleich zu Deutschland. Danach sollte es noch bis in die Südostspitze der Insel gehen. Haben wir aber nicht mehr geschafft, auch wegen des aufkommenden Nebels. Wir haben gedreht und wollten uns noch eine Tasse Kaffee beim "Kaffeeanbauer der Insel" (Cafe Nunes) genehmigen. Leider hatte der nur bis 14 Uhr geöffnet. Schade! Also zurück zum Hotel ... und noch einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen.

Morgen? Eine Fahrt an die Nordküste, die extrem steile Küsten hat. 

22.1.2017

Natürlich waren wir wieder früh auf den Beinen. Unser zweiter Gang war ans Frühstücksbuffet (...der erste natürlich ins Bad...). Sehr reichhaltig, dabei sind wir fast die einzigen Gäste im Haus. Anschließend machten wir einen Gang ums Hotel mit dem Blick zum Berg Pico auf der Nachbarinsel. Wunderschön! Danach machten wir eine kleine Ehrenrunde am Hafen, um uns die Gegebenheiten für morgen anzusehen, denn es geht ja morgen per Fähre zur Nachbarinsel Pico. Und am Hafen müssen wir unseren PKW vollgetankt übergeben. Alles gut organisiert. Laut Info werden unsere Koffer in einen Container für die Überfahrt gepackt. Warum nur? Hat man vielleicht Angst, dass wir unterwegs wieder irgendwo aussteigen, lach! Nein, diesmal fragen wir uns durch, auch wenn wieder alles glasklar für uns ist, ;-)!

 

Nach unserem Hafentrip sind wir dann in den Norden gefahren über die Hochebene, die einen Blick auf die umliegenden Inseln erlaubt, wenn das Wetter es zuläßt. Heute war wieder so ein Tag. Die Nordküste ist besonders bekannt für ihre Fajas. Fajas sind kleine Küstenebenen, die sehr fruchtbar sein sollen. Man kommt aber nur über steile Zufahrten dorthin.

 

Ursprünglich waren mal 75 dieser Fajas bewohnt und bewirtschaftet, heute allerdings nur noch relativ wenige davon. Entstanden sind sie durch Lavamassen, die dem Meer zuströmten und durch nachrutschende Landmassen. Wir haben zwei dieser für uns zugänglichen Fajas besucht: Faja Ouvidor und Faja Cubres. Unterwegs sahen wir auch vermehrt Hinweise für Wanderer, insbesondere natürlich Karten. Und wir sahen endlose Mengen von  Hortensienhecken, allerdings alle verblüht.

Uns hat die Landschaft sehr gefallen, auch wenn wir von einem Wind durchgerüttelt wurden. Gerne hätten wir noch eine Hochlandtour gemacht, aber da schienen uns die unbefestigten Straßen ein für uns unkalkulierbares Risiko zu sein. Stattdessen sind wir dann wieder an die Südküste zurückgefahren. Und irgendwo suchten wir dann wieder unseren "Mittagstisch", um auch das leibliche Wohl zu versorgen. 

Jetzt ist absolut hier keine Reisesaison und nur Weniges ist auf Tourismus eingestellt. Aber wir haben in Urzelina ein nettes Lokal gefunden mit einem traditionellen Buffet. Für € 12 konnten wir uns am Buffet bedienen und u.a. wieder das bekannte Traditionsgericht Cozido wählen. Dazu für einen kleinen Preis wieder eine Karaffe Wein und auch unseren Kaffee. Die Bedienung war überfreundlich und... alle sprechen hier englisch. Auf unserem Plan stand noch eine  Kirche in Manadas, die die größte Barockkirche der Azoren sein soll: Santa Barbara. Aber wir wollten nicht wieder zurück fahren, sondern machten uns Richtung Hotel auf. Und auch die drei Käsefabriken konnten wir nicht besuchen. Es ist Wochenende und auch die Insulaner haben da frei. Der Käse soll der beste von den Azoreninseln sein, ...sagt man.

Heute Abend möchten wir, wenn das Wetter es erlaubt, einen Sonnenuntergang an den Klippen von ...sehen. Dort sind auch hoffentlich die Gelbschnabel-Sturmtaucher zu sehen und zu hören.

 

 

23.1.2017

Was für ein erlebnisreicher Tag! Auch wenn das Wetter nicht "touristengerecht" war, die Sonne sich versteckte, stattdessen Wolken, Wind und Regentropfen sich präsentierten, war der heutige Tag für uns ein absoluter Höhepunkt. Und das, obwohl wir die kleine Insel Pico nur zu einem winzigen Teil an der Nordostküste gesehen haben. Für uns ist sie unsere Trauminsel! Aber der Reihe nach... 

 

Natürlich fuhren wir wieder früh los. Gefrühstückt, dann getankt und ab zum Hafen. Um 9:30 Uhr wurden wir zwecks Auto-Rückgabe erwartet. Funktionierte wieder hervorragend. Der "Service-Man" beförderte sogar unsere Koffer durch das bekannte Hafentor bis in den bereitstehenden Gepäck-Container. Wir waren sehr dankbar dafür! Die Wartezeit verbrachten wir im "Atlantico-Line"-Warteraum bis die Fähre um 10:15 Uhr eintraf. Wir, nur noch mit unserem Handgepäck beladen, betraten das Boot. Nicht riesig, aber stabil, das Schiff, lach! Und an das Schaukeln hatten wir uns schnell während der 50-minutigen Überfahrt gewöhnt. Mit einer mitreisenden Portugiesin kamen wir ins Gespräch und erfuhren, dass sie hier auf der Insel  ihr Haus/ihre Wohnungen vermietet, auch langfristig. Wir wurden hellhörig! (Sie spricht neben ihrer Muttersprache Französisch und Englisch. Eine Visitenkarte mit ihrer E-Mail-Adresse stellen wir im Internet ein für ebenfalls Interessierte!) Und für unsere Leser der Hinweis: Wir sind nicht vorzeitig vom Schiff ausgestiegen, falls da irgendwelche Zweifel aufgekommen sein sollten, lach, lach! Wir kamen also im südlichen Hafen "Sao Roque" auf der Insel Pico an, werden aber unsere Weiterfahrt übermorgen vom Hafen in Madalena vornehmen, auch hier unseren PKW abgeben, den wir übernommen haben und dann die Fähre nach Faial nehmen. Die PKW-Übergabe war wieder einmal total problemlos. Ach, wäre das doch auf dem europäischen Festland auch immer so!

Dann fuhren wir ca. 20 km bis zur Stadt Madalena, hier ist auch unser Hotel  "Caravelas". Großes Hotel, direkt am Hafen gelegen. Die Zufahrt war für uns etwas undurchsichtig, auch weil unser Navi uns immer wieder in Einbahnstraßen schicken wollte. Doch wir reagierten verständlicherweise nicht darauf :-). Irgendwie haben wir es dann doch geschafft, einen hotelnahen Parkplatz zu finden, um dann festzustellen, dass im Innenhof des Hotels ein hoteleigener Parkplatz vorhanden ist, der über einen separaten Zugang zu erreichen ist. Man übergab uns dann unsere Zimmer-Keys, Frühstückszeiten, ... und natürlich den wichtigen Code für unseren Internetzugang. 

Und dann wollten wir wieder einmal unseren verdienten "Mittagstisch" zu uns nehmen. Nein, wir haben uns im Hotel keine Empfehlung geben lassen. Wir sind durch den Ort geschlendert und fanden auf Anhieb ein Lokal, dass uns sehr zusagte,... auch wegen der modernen Optik. Wir rein und uns die Speisekarte geben lassen. Wie immer wurden wir auch hier sehr freundlich bedient! Ein Lob allen Insulanern!!!

Es mußte auch heute wieder ein Rind dran glauben. Mein Rind war mit einer extrem leckeren, aber ungewöhnlichen Kaffeesoße begossen, Dagmars Rind strotze nur so vor Kräuterbutter mit reichlich Knoblauch. Möglicherweise lassen wir uns dort morgen wieder verwöhnen. Heute leisteten wir uns sogar als Nachtisch jeder eine Eisportion, die das Sahnehäubchen war. Und ich meinen Espresso und Dagmar ihren Milchkaffee Galao. Danach aber sollte der Tag noch nicht zu Ende sein. Kurz überlegt und uns für eine kurze Tour  an der Küste entlang entschieden.

 

Das war für uns der Hammer!!! Die beiden bisher besuchten Inseln waren/sind natürlich auch aus Vulkangestein entstanden, aber man sah selten direkt Lavabrocken bzw. Basaltgestein. Hier kommt man aus den Brocken gar nicht mehr raus. Und das Beste: Innerhalb der Steinwälle bauen sie hier Wein an. Und es ist der bekannteste Wein der Azoren. Und an der Küste kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus, weil überall die Meereswellen brodeln und gegen die Klippen schlagen. Fantastisch!!! Mal sehen, was uns morgen auf der anderen Seite der Insel erwartet. Die Bergspitze vom Pico haben wir bei den heutigen Wolken natürlich noch nicht gesehen. Den Anblick hatten wir ja schon aus der Ferne von der Nachbarinsel Sao Jorge. Jetzt legen wir die Füße hoch und lassen den Tag mit einem kleinen Bierchen ausklingen.

24.1.2017

Ein wundervoller Tag ist wieder zu Ende. Wir haben wieder viel Schönes gesehen und erlebt, auch wenn der heutige Tag leider sonnenlos war. Schade, denn für die vielen Naturschönheiten der Insel, ist

das Sonnenlicht eigentlich unverzichtbar. Aber wir haben das Beste daraus gemacht und haben die halbe Insel umrundet.

Wieder früh ging es in den Frühstücksraum, unsere erste Mahlzeit am Tag. (Die zweite ist das Mittagsmenu und danach gibt es nix mehr...!) Auch hier im Hotel fanden wir wieder ein reichhaltiges Angebot vor, doch auch hier kaum Gäste. Es ist eben keine Touristenzeit.
Unser Plan für heute stand eigentlich schon gestern fest, nämlich die Südküste soweit es geht zu befahren. Und das haben wir gemacht. Wir sind gegen 9:30 Uhr abgefahren, sind über Sao Mateus und Sao Joas gefahren, und haben für die Strecke von ca. 35 km bis Lajos do Pico 3,5 Stunden gebraucht. Fast unverständlich. Aber wir schaffen sowas, da wir an jeder Ecke halten und jeden möglichen Abzweig abfahren, um die Schönheiten der Insel zu sehen und in Bildern festzuhalten. Das Wetter war uns nicht wohlgesonnen, der Nebel zog auf und der Wind wehte merklich. Je weiter wir in den Süden kamen, umso dichter wurde der Himmel.


Insgesamt war es eine fantastische Tagestour. Das Rauschen und Schlagen der Wellen an der Küste gegen die Felsen beeindruckte uns überall. Und nicht nur das! Die Lavebrocken und Lavasteinwälle findet man auf der ganzen Insel. Und dazwischen immer wieder die Weinreben, die zwischen den Lavawänden vor Wind geschützt sind. Schade, dass jetzt keine Erntezeit ist und nicht alles grünt und blüht.
In Lajes do Pico angekommen, haben wir eine einheimische Kneipe aufgesucht, um uns wenigstens einen Kaffee zu genehmigen und zu überlegen, ob wir die Inselrunde vollständig machen oder doch über das Hochland verkürzen und wieder auf die Nordseite fahren.
Wegen der Wetterverhältnisse haben wir uns für die Abkürzung entschieden und sind bei Nebel und Regen quer bis Sao Roque do Pico gefahren (unser  Ankunftshafen). Der Berg Pico hatte sich total verhüllt. Und aus dem Wind wurde schon fast ein Sturm. Ja, auch unser Magen rebellierte ein wenig und wollte beruhigt werden. Doch vorher sind wir nochmals die supertolle Küstenstrecke von gestern gefahren und haben wiederholt immer wieder gehalten und gestaunt. Den fehlenden Rest der Insel machen wir dann beim nächsten Besuch dieser Insel, denn dazu haben wir uns heute entschlossen ;-).
In unserem Ort, Madalena, angekommen, haben wir zunächst wieder Benzin nachgetankt für die morgige Abgabe, den PKW im Hotel abgestellt und sind dann aber auf dem kürzesten Weg zu dem Lokal von gestern marschiert. Nein, heute keine Rinder auf dem Teller, lach. Stattdessen für mich Fisch "Bacalao", dieser bekannte portugiesische Trockenfisch (Kabeljau), und für Dagmar Pizza (sie ißt kein Fisch!). Ich hatte diese Sorte Fisch doch etwas anders in Erinnerung, aber man muss ja alles Landestypische mal probieren. Dafür war Dagmars Pizza spitzenmäßig.  Sie hatte eine "Small" bestellt, aber als die ankam, sah es wie eine Familienpizza aus. Ich durfte dann ihre Reste essen..., so opfert man sich halt, lach!

 

Jetzt, im Hotel, bereiten wir uns für den morgigen Inselwechsel per Fähre nach Faial vor. Hoffentlich ist der Wind bis dahin erträglich und lässt die Fähre sanft über die Wellen des Atlantiks gleiten, hm! Den PKW können wir auf dem Parkplatz des Hotels stehen lassen, bringen nur den Autoschlüssel zum Büro des Vermieters. - Inzwischen war der Zimmerservice schon da und wollte unsere Betten zwecks Nachtruhe aufdecken. So`n Blödsinn. Aber so ist das manchmal bei den Hotels mit **** Sternchen. Dann mal bis morgen - Internet vorausgesetzt.